Praktika sind oft der Türöffner für den Berufseinstieg oder ein essenzielles Sprungbrett bei einem Quereinstieg. Doch wie stellst du ein Praktikum im Schweizer Lebenslauf so dar, dass es nicht als blosses «Schnuppern», sondern als wertvolle Berufserfahrung wahrgenommen wird? In diesem Artikel zeigen wir dir, wie du deine Praktikumserfahrungen so platzierst, dass sie bei HR-Verantwortlichen in der Schweiz Eindruck hinterlassen.
Warum ein Praktikum mehr ist als nur Kaffeekochen
Ein Praktikum kann dir helfen, praktische Fähigkeiten zu erwerben und ein Berufsfeld kennenzulernen. Welche Erfahrung du dabei sammelst, hängt von deinen tatsächlichen Aufgaben ab.
Je nach deinen Aufgaben kannst du im Lebenslauf beispielsweise Folgendes beschreiben:
- Einarbeitung: Mit welchen neuen Themen hast du dich beschäftigt?
- Praxiserfahrung: Welche Kenntnisse hast du bei konkreten Aufgaben angewendet?
- Branchenkenntnisse: Welche Arbeitsabläufe hast du kennengelernt?
Deshalb ist es entscheidend, dass dein Praktikum im Lebenslauf nicht einfach in einem Nebensatz verschwindet, sondern die Bühne bekommt, die es verdient.
Praktikum im Lebenslauf: Wohin damit?
Die Platzierung deines Praktikums hängt stark von deiner aktuellen Karrierestufe ab.
Für Berufseinsteiger und Studenten: Wenn du gerade erst ins Berufsleben startest, kann ein relevantes Praktikum unter «Berufserfahrung» sinnvoll sein. Gib Zeitraum, Funktion und Aufgaben an und verwende eine einheitliche zeitliche Reihenfolge.
Für Quereinsteiger: Wenn du für einen Branchenwechsel ein Praktikum absolviert hast, kannst du es unter «Berufserfahrung» aufnehmen. Beschreibe konkret, welche Aufgaben oder Kenntnisse für die angestrebte Stelle relevant sind.
Für erfahrene Berufsleute: Wenn das Praktikum bereits Jahre zurückliegt und du seither in festen Anstellungen warst, kannst du es in einer separaten Kategorie wie «Frühere Tätigkeiten» oder «Praktika» am Ende der Berufserfahrung bündeln. Wenn es für die angestrebte Stelle nicht mehr relevant ist, kannst du es sogar ganz weglassen, um Platz für wichtigere Stationen zu schaffen.
So beschreibst du dein Praktikum optimal
Egal wo du das Praktikum platzierst, die Art der Beschreibung ist ausschlaggebend. Vermeide allgemeine Formulierungen und werde konkret.
- Korrekte Bezeichnung: Nenne die genaue Position, zum Beispiel «Praktikant im Bereich Online Marketing» statt nur «Praktikum».
- Aufgaben und Erfolge: Liste in 3-4 Stichpunkten deine Hauptaufgaben auf. Was hast du konkret gemacht? An welchen Projekten warst du beteiligt? Hast du etwas Eigenes umgesetzt oder optimiert?
- Verwendete Tools: Welche Software oder Werkzeuge hast du eingesetzt? (z.B. Salesforce, Adobe Premiere, SAP). Das zeigt direkte Anwendbarkeit.
Schlechtes Beispiel:
Praktikum bei Muster AG (Mithelfen im Büro, Recherchen)
Gutes Beispiel:
Praktikant Digital Marketing | Muster AG, Zürich
- Unterstützung bei der Planung und Umsetzung von Social-Media-Kampagnen
- Selbstständige Recherche und Erstellung von SEO-optimierten Blogbeiträgen
- Auswertung der monatlichen Performance-Zahlen via Google Analytics
Praktikum ehrlich einordnen
Ein Praktikum ist dann hilfreich, wenn es zur angestrebten Stelle passt oder eine konkrete Fähigkeit belegt. Gib Zeitraum, Funktion und Aufgaben wahrheitsgetreu an. Wenn etwas unklar ist, frage bei der früheren Betreuungsperson nach oder halte dich an die Unterlagen, die du beilegen kannst.
Quelle
- Die Schweizer Berufsberatung zu Arbeitserfahrung, Praktika und Freiwilligeneinsätzen erläutert, wie solche Erfahrungen Fähigkeiten vermitteln und im Lebenslauf sichtbar gemacht werden können.
Dein Praktikumscheck
Wähle ein Praktikum aus deinem CV und prüfe deinen Eintrag:
- Sind Zeitraum und Funktion korrekt?
- Beschreiben die Stichpunkte, was du selbst getan hast?
- Wird eine für die Zielstelle relevante Aufgabe verständlich?
Überarbeite einen unklaren Punkt. Nutze das Beispiel oben nur als Aufbauhilfe und ersetze es durch deine tatsächlichen Erfahrungen.


