Dein Engagement im Turnverein oder bei einer Hilfsorganisation kann im Lebenslauf Platz haben, wenn du damit für die Zielstelle relevante Erfahrungen beschreibst. Entscheidend ist, was du tatsächlich getan und gelernt hast. Die blosse Mitgliedschaft beweist noch keine bestimmte Fähigkeit.
Wir zeigen dir, wie du freiwillige Erfahrungen nachvollziehbar einordnest, ohne ihre Wirkung auf eine Bewerbung zu versprechen.
Warum das Ehrenamt im CV so wertvoll ist
berufsberatung.ch nennt Freiwilligeneinsätze als Möglichkeit, praktische Erfahrungen und Kompetenzen zu erwerben. Solche Erfahrungen können im Lebenslauf sichtbar werden. Beschreibe zum Beispiel, welche Abrechnungen du als Vereinskassiererin betreut oder welche Aufgaben du bei einem Pfadi-Lager übernommen hast. Die Funktion allein belegt weder Zuverlässigkeit noch Führungskompetenz.
Statt allgemeiner Eigenschaften wie «teamfähig» hilft ein konkretes Beispiel für deinen Beitrag. Schreibe nur auf, was du selbst gemacht hast, und trenne deine Aufgaben von der Leistung des ganzen Teams.
So integrierst du freiwilliges Engagement richtig
Wo genau gehört das Ehrenamt hin? Hier gibt es grundsätzlich zwei Möglichkeiten, abhängig davon, wie relevant die Tätigkeit für deinen Wunschjob ist.
1. Als eigene Rubrik: Umfangreiche oder zur Zielstelle passende Tätigkeiten können unter «Freiwilligenarbeit» stehen. Gerade beim Berufseinstieg kann das zusätzliche Erfahrung sichtbar machen. Gib die tatsächlichen Zeiträume und den freiwilligen Charakter an; ein Ehrenamt soll keine Lücken verdecken.
2. Unter «Hobbys und Interessen»: Eine kurze Erwähnung unter den Hobbys kann für kleinere Tätigkeiten genügen. «Kassiererin im Tennisclub» beschreibt eine andere Erfahrung als «Tennis». Entscheide nach Relevanz und verfügbarem Platz.
Klasse statt Masse: Was gehört rein?
Wie bei der regulären Berufserfahrung gilt auch beim Ehrenamt: Fokussiere dich auf das Wichtigste. Du musst nicht jede Kuchenaktion der letzten zehn Jahre auflisten. Nenne die Position, die Organisation, den Zeitraum und – ganz wichtig – deine konkreten Aufgaben und Erfolge.
Frag dich: Welche Aufgaben oder Kenntnisse passen zur neuen Stelle? Als Beispiel kann die Mithilfe beim Dorffest für eine Bewerbung im Eventbereich relevant sein, die Betreuung einer Vereinswebsite für eine IT-Stelle. Erkläre dabei deinen tatsächlichen Anteil: etwa Einsatzzeiten abgestimmt oder Website-Inhalte aktualisiert. Übernimm ein Beispiel nur, wenn es deiner Erfahrung entspricht.
Prüfe deinen Lebenslauf als Ganzes
Ordne dein Engagement so ein, dass die für die Stelle wichtigsten Erfahrungen gut erkennbar bleiben. Unser Beitrag zum Lebenslauf-Layout gibt dir weitere Anregungen für die Struktur. Prüfe die fertige Fassung selbst auf Verständlichkeit und korrekte Angaben.
Eine konkrete Beschreibung macht deinen Beitrag nachvollziehbar. Wie ein Arbeitgeber ihn bewertet, hängt von der Stelle und dem Auswahlverfahren ab.
Dein Check für einen freiwilligen Einsatz
Wähle einen Eintrag und markiere darin Organisation, Zeitraum und deinen eigenen Beitrag. Prüfe:
- Ist klar, dass die Tätigkeit freiwillig war?
- Trenne ich meinen Anteil von der Leistung des Teams?
- Kann ich erklären, warum diese Erfahrung zur Zielstelle passt?
Ergänze eine fehlende Angabe oder kürze einen nicht relevanten Punkt. Erfinde keine Aufgaben oder Ergebnisse.


