Ob du dich per WhatsApp bewerben solltest, hängt vom konkreten Angebot des Arbeitgebers ab. Ein ausdrücklich verlinkter Bewerbungsprozess ist etwas anderes als eine ungefragte Nachricht an eine private Nummer. Prüfe den vorgesehenen Weg, bevor du persönliche Unterlagen verschickst.
1. Prüfe den angebotenen Kanal
Steht im offiziellen Inserat oder auf der Karriereseite, dass du dich für diese Stelle per WhatsApp bewerben kannst? Öffne den dort angegebenen Link oder vergleiche die angegebene WhatsApp-Telefonnummer. Eine zufällig gefundene Telefonnummer oder ein Profilbild allein bestätigt nicht, dass du den richtigen Kontakt hast. Wenn der Weg unklar bleibt, frage über die offizielle Kontaktmöglichkeit nach oder nutze die angebotene Alternative.
2. Lies die Angaben zur Datenverarbeitung
Prüfe, wer den Prozess betreibt, welche Angaben verlangt werden und welche Datenschutzhinweise dazu gehören. Verschicke nur Unterlagen, die für diesen Bewerbungsschritt benötigt werden. Aus dem Namen des Messengers allein lässt sich weder die Rechtmässigkeit noch die Sicherheit des gesamten Verfahrens beurteilen.
Ein konkretes Beispiel: Viega beschreibt in seiner Datenschutzerklärung eine WhatsApp-Bewerbung über PitchYou mit Übermittlung an die Bewerbermanagement-Software SuccessFactors. Damit ist die pauschale Aussage, Chat-Bewerbungen könnten nicht in ein ATS gelangen, unzutreffend. Das Beispiel sagt nichts darüber aus, wie ein anderer Arbeitgeber arbeitet oder welchen Weg eine bestimmte Stelle anbietet.
3. Kläre Unterlagen und nächsten Schritt
Prüfe, ob zunächst Fragen beantwortet werden oder ob ein Lebenslauf beziehungsweise weitere Dateien verlangt werden. Halte dich an die genannten Formate und beschreibe deine Erfahrung passend zur Stelle. Eine kurze erste Nachricht ist nicht automatisch eine vollständige Bewerbung. Frage nach, wenn unklar ist, was noch fehlt.
4. Behalte Frist und Bestätigung im Blick
Notiere die Bewerbungsfrist und sende rechtzeitig. Prüfe, ob der Prozess eine Eingangs- oder Abschlussbestätigung ausgibt und ob weitere Schritte genannt werden. Eine technische Anzeige im Chat solltest du nicht mit einer Zusage oder einer bestätigten vollständigen Bewerbung gleichsetzen. Bleibt eine erwartete Bestätigung aus, nutze den angegebenen Kontakt für eine sachliche Rückfrage.
5. Halte deine eigene Dokumentation fest
Notiere Arbeitgeber, Stelle, Inserat, Datum, verwendeten Kanal und Rückmeldung. Bewahre die verfügbaren Unterlagen und Bestätigungen nachvollziehbar auf. Wenn du beim RAV angemeldet bist, gelten deine individuellen Vorgaben zu Arbeitsbemühungen und Nachweisen. Weder ein Screenshot noch eine E-Mail oder ein Tool-Export garantiert allein die Anerkennung.
Das SECO-Merkblatt zu Rechten und Pflichten beschreibt die individuell vereinbarte Bewerbungszahl und den verlangten Nachweis. Kläre offene Fragen zur Dokumentation mit deinem RAV und halte die für dich geltenden Einreichungswege und Fristen ein.
Dein kurzer Check vor dem Senden
- Ist der Kanal für diese Stelle offiziell angeboten?
- Sind Kontakt, verlangte Unterlagen und Frist klar?
- Woran erkenne ich den Abschluss, und was dokumentiere ich?


